1. Tag: Freitag, 02. Oktober 2026
Am Morgen reisen wir im komfortablen Reisebus von Basel in Richtung Süden. Schon unterwegs verändert sich die Landschaft: Hinter dem Gotthard öffnet sich das Tessin mit seinem ganz eigenen Charakter – mediterran, lichtdurchflutet und voller Lebensfreude. Zur Mittagszeit machen wir Halt in einem typisch Tessiner Grotto. In gemütlicher Atmosphäre geniessen wir ein gemeinsames Mittagessen und stimmen uns genussvoll auf die kommenden Tage ein. Am Nachmittag erreichen wir Ascona und beziehen unsere Zimmer im eleganten Hotel Giardino Ascona. Das mehrfach ausgezeichnete Haus verbindet mediterranen Charme mit höchstem Komfort und bildet den idealen Rahmen für entspannte Kulturtage am Lago Maggiore. Nach dem Check-in bleibt Zeit, die Umgebung auf eigene Faust zu entdecken: die berühmte Seepromenade mit ihren farbenfrohen Häuserfassaden und Cafés direkt am Wasser, die engen Gassen der Altstadt oder eine Terrasse, auf der man die besondere Atmosphäre dieses Ortes einfach auf sich wirken lässt. Am frühen Abend fahren wir nach Locarno, wo das erste musikalische Highlight unserer Reise auf uns wartet. Die Chiesa San Francesco, eine der bedeutendsten historischen Kirchen der Stadt, bietet mit ihrer schlichten Eleganz, ihrer eindrucksvollen Architektur und ihrer hervorragenden Akustik einen stimmungsvollen Rahmen für diesen Konzertabend. Mit Sol Gabetta erleben wir eine der grossen Cellistinnen unserer Zeit. Ihre aussergewöhnliche Ausdruckskraft, technische Brillanz und künstlerische Intensität begeistern Publikum und Kritik weltweit. Im Rahmen des classicAscona Festivals widmet sich Giovanni Antonini mit Il Giardino Armonico dem grossen Haydn-Projekt der Joseph Haydn Stiftung, die bis 2032 sämtliche 107 Sinfonien des Komponisten aufführt und einspielt. Die bisher erschienenen Aufnahmen gelten bereits heute als Referenz. Unter dem Motto „Il dolce far niente“ – die süsse Kunst des Nichtstuns – öffnet sich die faszinierende Klangwelt Joseph Haydns. Das Programm vereint drei selten gespielte Sinfonien mit einem seiner beliebtesten Solokonzerte und lädt zu einer musikalischen Entdeckungsreise voller Eleganz, Esprit und Überraschungen ein. Zu hören sind die frühe, kammermusikalisch geprägte Sinfonie Nr. 21 in A-Dur, die geheimnisvolle Sinfonie in C-Dur „für Spanien“, deren Zuschreibung an Haydn erst später erfolgte, sowie die eindrucksvolle Sinfonie Nr. 51 in B-Dur mit ihren virtuosen Hornpartien und ihrem dramatischen Charakter. Im Zentrum des Abends steht Haydns Cellokonzert Nr. 1 in C-Dur – ein Meisterwerk voller Brillanz, Charme und musikalischer Lebensfreude, das in den Händen von Sol Gabetta seine ganze Strahlkraft entfaltet. Ein Konzert voller Leichtigkeit, Virtuosität und Haydns unverwechselbarem Erfindungsreichtum. Konzertbeginn ist um 19.30 Uhr. Nach dem Konzert Rückfahrt in unser Hotel und individueller Ausklang des Abends.
2. Tag: Samstag, 03. Oktober 2026
Nach einem gemütlichen Frühstück widmen wir uns einer aussergewöhnlichen Frau, die eng mit der Geschichte Asconas verbunden ist. Marianne Werefkin zählt zu den bedeutendsten Künstlerinnen des europäischen Expressionismus. Als Weggefährtin von Alexej von Jawlensky und enge Vertraute der Künstler des „Blauen Reiters“ prägte sie die Kunst der Moderne entscheidend mit. Die letzten zwanzig Jahre ihres Lebens verbrachte sie in Ascona, wo sie zu einer zentralen Figur der internationalen Künstlerkolonie wurde. Mit rund 90 Gemälden, 170 Skizzenbüchern, Zeichnungen und zahlreichen Dokumenten besitzt die Sammlung der Marianne Werefkin Stiftung im Museo Comunale d‘Arte Moderna den weltweit wichtigsten Bestand zu dieser aussergewöhnlichen Künstlerin. Bei einer Führung begegnen wir ihrem faszinierenden Werk und erhalten spannende Einblicke in ihr bewegtes Leben, ihre künstlerische Entwicklung und ihre enge Verbindung zu Ascona. Nach der Führung steht der restliche Nachmittag zur freien Verfügung. Wie geschaffen für unsere Reise findet an diesem Wochenende die traditionelle Festa delle Castagne statt – eines der beliebtesten Herbstfeste des Tessins. Entlang der malerischen Seepromenade erwarten Sie Marktstände mit regionalen Spezialitäten, Tessiner Weine, Käse, Honig, Kunsthandwerk und natürlich frisch geröstete Marroni. Musikgruppen sorgen für festliche Stimmung und verleihen dem Ort eine besonders lebendige Atmosphäre. Am frühen Abend treffen wir uns wieder im Hotel zu einem gemeinsamen Konzert-Apéro und stimmen uns auf den zweiten musikalischen Höhepunkt unserer Reise ein. Anschliessend bringt uns ein kurzer Transfer zur Chiesa del Collegio Papio, einem der stimmungsvollsten Konzertorte Asconas. In der besonderen Atmosphäre dieser historischen Kirche erleben wir das renommierte Kammerorchester Basel, das international zu den führenden Ensembles seines Fachs zählt. Wenn Julia Lezhneva singt, scheint selbst höchste Virtuosität mühelos. Mit ihren atemberaubenden Koloraturen und ihrer aussergewöhnlichen Ausdruckskraft widmet sie sich gemeinsam mit dem Kammerorchester Basel einem faszinierenden Kapitel der Operngeschichte: den legendären arie di baule – den sogenannten „Koffer-Arien“. Die gefeierten Opernstars des Barock reisten unablässig durch Europa. Um Zeit zu sparen und zugleich ihre grössten Erfolge immer wieder präsentieren zu können, brachten sie ihre Lieblingsarien von Engagement zu Engagement mit und liessen diese in neue Opern einfügen. So entstand das Phänomen der Koffer-Arien: virtuose Glanzstücke, die das Publikum begeisterten und das Können der Sängerinnen und Sänger eindrucksvoll zur Schau stellten. Neben Meisterwerken von Georg Friedrich Händel erklingen selten zu hörende Arien von Ariosti, Galuppi, Giacomelli, Hasse, Porpora und Porta. Die Werke entführen in die schillernde Welt der Barockoper und lassen die musikalische Brillanz ihrer grössten Stars wiederaufleben. Konzertbeginn ist um 19.30 Uhr. Nach dem Konzert kurzer Transfer zurück in unser Hotel.
3. Tag: Sonntag, 04. Oktober 2026
Nach dem Frühstück heisst es Abschied nehmen vom Lago Maggiore. Doch bevor wir die Heimreise antreten, wartet noch eine jener Entdeckungen, die man nicht einfach besucht, sondern erlebt. Nach der Fahrt durch den Gotthardtunnel verlassen wir die gewohnte Route und folgen dem jungen Rhein ein Stück nach Osten. Ein kleiner Umweg – und doch eine Reise durch mehr als dreizehn Jahrhunderte Schweizer Kulturgeschichte. Schon von weitem beherrscht das Benediktinerkloster Disentis die Landschaft der Surselva. Seit seiner Gründung im frühen Mittelalter wacht es über einen der wichtigsten Alpenübergänge Europas. Lange bevor es die Schweiz gab, bevor die grossen Städte entstanden und bevor Reisende den Gotthard durch Tunnel querten, wurde hier gebetet, gelehrt, geschrieben und Wissen bewahrt. Unser Besuch beginnt mit einem seltenen und stimmungsvollen Erlebnis. Nach der Sonntagsmesse versammeln sich die Benediktinermönche im Chorgestühl der Klosterkirche und stimmen gregorianische Psalmen an. Seit Jahrhunderten erklingen diese Gesänge zwischen den Mauern des Klosters – schlicht, archaisch und von einer zeitlosen Schönheit, die berührt. Anschliessend öffnen sich die Türen zu einer Welt, die den meisten verborgen bleibt. Bei einer Führung entdecken wir die Geschichte eines Klosters, das Kriege, Brände und politische Umwälzungen überstanden hat und dennoch bis heute lebendig geblieben ist. Die monumentale Barockanlage gehört zu den eindrucksvollsten Klosterbauten der Schweiz und erzählt von einer Zeit, als die grossen Klöster die kulturellen Zentren Europas waren. Bis heute gleicht das Kloster einer einzigartigen Schatzkammer der Alpen. Kostbare Handschriften, seltene Zeugnisse vergangener Jahrhunderte und überraschende Geschichten lassen erahnen, welche Bedeutung dieser aussergewöhnliche Ort über Generationen hinweg für Kultur, Bildung und das geistige Leben im Alpenraum hatte. Ein Besuch in Disentis ist weit mehr als ein Blick in die Vergangenheit. Er ist eine Begegnung mit einem Ort, an dem Geschichte bis heute spürbar geblieben ist. Nach einem letzten gemeinsamen Mittagessen aus der traditionsreichen Klosterküche treten wir die Heimreise nach Basel an. Im Gepäck unvergessliche Konzerterlebnisse, kunsthistorische Entdeckungen und die leuchtenden Farben des Tessiner Herbstes.
Programm- und Besetzungsänderungen vorbehalten.












